Ministerium bestätigt: Im Burglengenfelder Volkskundemuseum sind „Fledermäuse willkommen“

Ministerium bestätigt: Im Burglengenfelder Volkskundemuseum sind „Fledermäuse willkommen“

„Fledermäuse willkommen“ heißt es nun ganz offiziell im Oberpfälzer Volkskundemuseum.

Die Plakette des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz, unterschrieben von Minister Thorsten Glauber, zeigt: Hier wird auf die Bedürfnisse der besonders streng geschützten Tiere besonders Rücksicht genommen.

Im Museum sind nicht nur Kunst und Kultur zuhause – sondern auch eine stattliche Anzahl von Fledermäusen unterschiedlicher Arten. Genauer: Im großen, historischen Keller, der vor mehreren hundert Jahren in den Burgberg getrieben worden war. Nico Faltermeier hatte die Fledermäuse bei einer Stadtführung erstmals in den Fugen des Bruchsteingewölbes gesichtet. Museumsleiterin Dr. Margit Berwing-Wittl informierte daraufhin Rolf Dorn, Fachberater für Fledermausschutz im Landkreis Schwandorf. Seitdem gehört der Museumskeller – wie auch einige der historischen Bierkeller am Fuße des Kreuzbergs – zum festen Kartierungsprogramm für das Landesamt für Umwelt.

Zusammen mit Rolf Dorn überreichten nun in Vertretung der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Birgit Simmeth, Gebietsbetreuerin für den Naturpark Oberpfälzer Wald und das Oberpfälzer Seenland, und Rangerin Helene Seitz die Plakette „Fledermäuse willkommen“ an Margit Berwing-Wittl. 33 schlafende Fledermäuse waren im vergangenen Winter im Gewölbekeller des Museums gezählt worden. Am häufigsten die Fransenfledermaus, zudem u.a. Bartfledermaus und Braunes Langohr. Die Bartfledermaus gilt als besonders gefährdet.

Warum braucht es überhaupt die Plakette „Fledermäuse willkommen“? Die Fachleute machten im Museum auf die „Wohnungsnot“ der Tiere aufmerksam. Viele Fledermausarten leben mitten unter uns. Sie besiedeln Einfamilienhäuser, Wohnblocks, Hochhäuser, Kirchen, Scheunen, Brücken oder Keller und verstecken sich untertags hinter Fensterläden und Fassadenverkleidungen, in Spalten und kleinen Hohlräumen oder auf Dachböden. Dort bemerkt man sie wegen ihrer heimlichen Lebensweise kaum, informiert das Landesamt für Umwelt. Da Fledermäuse an geeignete, ihnen bekannte Quartiere immer wieder zurückkehren, sind sie von Umbaumaßnahmen stark betroffen: bei Sanierungen werden Fledermausquartiere häufig unwissentlich zerstört. Moderne Bau- und Sanierungstechniken lassen keine Spalten, Ritzen und Hohlräume mehr am Gebäude, das Quartiernetz der Fledermäuse weist immer mehr Lücken auf, teilt die Behörde weiter mit.

An der Holztür am Eingang des Museums-Kellers dagegen wurde die Einflugschneise für die Fledermäuse vergrößert, altes Holz wurde beseitigt – ein Beitrag zu Schutz der Tiere. Die sind übrigens nützlich: Sie vertilgen Insekten, etwa auch Prozessionsspinner, in rauen Mengen. Eine Fledermaus kann in einem Sommer mehr als 50.000 Insekten verzehren. Alle Fledermäuse sind geschützt. Mehrere Arten sind bedroht.

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Das Bild zeigt: Rangerin Helen Seitz übergab die Plakette „Fledermäuse willkommen“ an Museumsleiterin Dr. Margit Berwing-Wittl. Mit dabei (v.li.) Rolf Dorn, Fachberater für Fledermausschutz im Landkreis Schwandorf, und Birgit Simmeth, Gebietsbetreuerin für den Naturpark Oberpfälzer Wald und das Oberpfälzer Seenland. Foto: Michael Hitzek

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