Einweihung des Gedenksteines zu Ehren von 70 getöteten KZ-Häftlingen in der Kunthau

Einweihung des Gedenksteines zu Ehren von 70 getöteten KZ-Häftlingen in der Kunthau

70 Opfer eines mörderischen Regimes mahnen die Lebenden

Kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges am 19. April 1945 begann die Evakuierung des Konzentrationslager Flossenbürg. Die KZ-Häftlinge wurden zu den so genannten „Todesmärschen“ gezwungen oder in Eisenbahnwaggons gepfercht um sie nach Dachau zu transportieren.

In dem sogenannten Evakuierungszug, genauer in Viehwaggons, befanden sich ca. 1000 Männer, Franzosen, Belgier, Slowaken, Kroaten und Polen, ausgemergelte Gefangene aus dem KZ Flossenbürg, bewacht von SS-Mannschaften, auf dem Weg zum KZ Dachau. Am Dienstag den 20. April 2021, genau vor 76 Jahren wurden die beiden Züge das Ziel alliierter Tiefflieger. Im Verlauf des Tieffliegerangriffs gelang einigen Gefangenen die Flucht, 29 Männer sind unmittelbar durch den Tieffliegerangriff oder durch Schüsse der SS-Wachen ums Leben gekommen. Amerikanische Soldaten haben in den folgenden Tagen noch die Leichen von 41 Männern im angrenzenden Wald gefunden.

Die 70 Häftlinge des Konzentrationslager Flossenbürg wurden in zwei namenlosen Massengräben beigesetzt das sich nur ein paar wenige Meter hinter dem Gedenkstein befand. Nach dem Krieg gerieten diese schrecklichen Geschehnisse in Vergessenheit. Nur ein schlichtes Holzkreuz dass der Schwandorfer Lehrer „Wolfgang Hirche“ an den Bahngleisen in Nähe des Klausensees errichtete, erinnert an das grauenhaft Verbrechen.

„Mit diesem Gedankstein möchte die Stadt Schwandorf dazu beitragen dass die 70 namenlosen Opfer des Todeszuges aus dem Konzentrationslager Flossenbürg nicht vergessen werden.
Es ist die Aufgabe jedes einzelnen, sich für Frieden Freiheit und Demokratie einzusetzen – das sind wir den Opfern schuldig“, so Bürgermeisterin Marion Juniec-Möller.

Mit dem Gedenkstein setzt die Stadt Schwandorf ein Zeichen für die Erinnerung und gegen das Vergessen.

Stadtrat Franz Schindler dankte nach seine Ansprache, dem Klardorfer Heimatforscher Michael Fleischmann für die mühevolle, detaillierte Archivarbeit, um das Geschehene nachvollziehbar zu machen. Fleischmann erzählte, dass sich in dem sogenannten Evakuierungszug ca. 1000 Männer (Franzosen, Belgier, Slowaken, Kroaten und Polen) befanden. Am 20. April 1945 wurden beide Züge in den Morgenstunden das Ziel alliierter Tiefflieger. Mit einem Smartphone kann man über einen QR-Code, der auf der zusätzlich aufgestellten Infotafel angebracht wurde, noch mehr Informationen über diesen grauenvollen Anschlag nachlesen.


Das Bild zeigt v.l.: Bürgermeisterin Marion Juniec-Möller, SPD Fraktionsvorsitzender Franz Schindler, SPD Stadtrat Andreas Weinmann und Heimatforscher Michael Fleischmann (hat die Geschichte aufgearbeitet). Foto: Peter Mayer

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