Corona-Pandemie: Bayern verhängt landesweite Ausgangsbeschränkungen

Corona-Pandemie: Bayern verhängt landesweite Ausgangsbeschränkungen

Bayern verhängt als erstes Bundesland Ausgangsbeschränkungen, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Die Einschränkungen gelten ab heute Mitternacht für vorläufig zwei Wochen. So Ministerpräsident Markus Söder.

Wegen Corona-Ausbreitung: Zahlreiche weitere Beschränkungen

Die Ausgangsbeschränkungen gelten ab Mitternacht (Freitag auf Samstag) vorläufig für zwei Wochen, so Ministerpräsident Markus Söder. Konkret bedeutet das: Restaurants und Biergärten müssen geschlossen bleiben. Take-Away-Angebote sind weiter erlaubt. Außerdem müssen nun auch Friseure, Baumärkte und Gartencenter schließen. Letztere so Söder, hätten sich zuletzt zu “Freizeitideen” entwickelt.

Viele Menschen hielten sich leider nicht an die Empfehlungen der Behörden, wie Söder erklärte. Die Staatsregierung bekomme Hilferufe aus der Bevölkerung, von Experten und Amtsträgen, noch entschiedener zu handeln: “Wir bekommen, wenn wir nicht aufpassen, eine ähnliche Tendenz wie in Italien oder Frankreich”. Deshalb müsse gehandelt werden, um die Welle der Infektionen zu brechen.

Einschränkungen bei medizinischer Versorgung

Auch im medizinischen Bereich gelten weitere Einschränkungen: Physiotherapie darf nur noch im medizinischen Notfall stattfinden, Logo- oder Ergotherapiepraxen müssen geschlossen bleiben. Für Krankenhäuser, Alten-, Pflege- und Behinderteneinrichtungen gelten Betretungsverbote. Drei Ausnahmen nannte Söder: Im Sterbefall, wenn Eltern ihre Kinder auf der Kinderstation besuchen oder für Väter bei der Geburt des eigenen Kindes.

Aufenthalt im Freien unter Auflagen

“Wir fahren das öffentliche Leben nahezu vollständig herunter.” Die Menschen in Bayern dürften sich weiterhin im Freien zum Spazierengehen aufhalten, so der Ministerpräsident, allerdings “nur alleine oder mit der Familie”. Frische Luft tue gut und könne in so einer Situation auch helfen, klar verboten seien Gruppenansammlungen oder Parties.

Möglich ist weiterhin der Gang zur Arbeit oder um sich mit Lebensmitteln zu versorgen. Hamsterkäufe seien auch weiterhin nicht nötig, die Lebensmittelversorgung bleibe bestehen, so Söder. Und er betonte: die neuen Maßnahmen würden für diejenigen, die bereits vernünftig gehandelt hätten, kaum Umstellungen bedeuten. Für diejenigen, die nicht vernünftig gehandelt hätten, herrsche nun absolute Klarheit.

Vorbild Österreich

Vorbild für die Ausgangsbeschränkungen sei der Nachbar Österreich – man orientiere sich eins zu eins an Österreich und werde das bayerische Konzept Schritt für Schritt an das österreichische anpassen. Grundsätzlich seien aber noch weiter gehende Maßnahmen möglich, so Söder.

Bayern will Pfleger aus Rente zurückholen

Bayern will in der Corona-Krise Krankenschwestern und Pfleger aus dem Ruhestand zurückholen. “Wir werden jede helfende Hand brauchen”, sagte Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) in München. Angesichts der rasanten Ausbreitung des neuartigen Coronavirus sollen Pfleger und Krankenschwestern in Teilzeit zudem überlegen, ob sie die Arbeitszeit aufstocken können. “Schon heute wissen wir, dass wir mit einer steigenden Zahl, vielleicht sogar mit einer dramatisch steigenden Zahl, rechnen müssen”, sagte Sibler. “Die Herausforderungen werden in den nächsten Tagen und Wochen nochmal unendlich steigen.” Die Zahl der Intensivbetten an Unikliniken soll von 600 auf 1.200 verdoppelt werden. “Das ist eine unglaubliche Herausforderung”, sagte Karl-Walter Jauch, Ärztlicher Direktor des LMU Klinikums München, bei einer Pressekonferenz mit Minister Sibler. Die Ausstattung mit Intensivbetten sei aber jetzt schon besser als in Italien. “Wir sind von Basis aus schon gut vorbereitet und werden uns jetzt der Welle stellen und werden uns der Welle mit gutem Gewissen stellen.”

Quelle: BR24/Bayerische Staatskanzlei

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